Transformationale Führung inspiriert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, über ihr Eigeninteresse hinauszugehen und sich mit den Zielen und Visionen der Organisation oder des Unternehmens zu identifizieren.

Das Konzept geht auf Untersuchungen zum Führungsstil von Politikern zurück, die der Politikwissenschaftler James M. Burns durchgeführt hat. Seine Beobachtung: Manche Politiker schaffen es eher als andere, Veränderungen anzuregen und umzusetzen. Sie transformieren Werte, Einstellungen und Erwartungen auf ein gemeinsames Ziel hin. Der Psychologe Bernard M. Bass übertrug das Konzept auf Führungskräfte. Er führte drei verschiedene, aber verwandte Komponenten der transformationalen Führung ein: Charisma, intellektuelle Stimulation und individuelle Unterstützung.

Charisma einer Führungskraft führt zu Akzeptanz und Sympathie bei den Mitarbeitenden. Die intellektuelle Anregung ist eine Fähigkeit, das Bewusstsein der Mitarbeitenden für Probleme zu schärfen und ihre Fähigkeit zu unterstützen, mögliche Lösungsansätze zu entwickeln. Individuelle Unterstützung beschreibt den Versuch, das jeweils individuelle Potential der Mitarbeitenden zu wecken, deren Bedürfnisse und Motive zu adressieren und sie zu coachen und  beraten.

Eine überarbeitete Version des Modells ersetzt den Begriff ” Charisma ” durch Vorbildfunktion (idealisierter Einfluss) und fügt einen weiteren Baustein hinzu, der als inspirierende Motivation bezeichnet wird. Inspirierende Motivation ist die Fähigkeit, die Emotionen der Mitarbeitenden zu wecken. Zusammengenommen sind diese vier Komponenten (Intellektuelle Stimulierung, individualisierte Unterstützung, idealisierter Einfluss und inspirierende Motivation) als die vier I’s” der transformationalen Führung bekannt.

Abkehr von klassischer Führung?

Transformationale Führung scheint eine “radikale Abkehr” vom klassischen Managementansatz zu sein. Es geht nicht um Anweisungen, Regeln und Disziplin, sondern um Überzeugungsarbeit. Anstatt starre Regeln aufzustellen, denen alle Mitarbeitenden folgen sollen, zielen transformationale Führungskräfte darauf ab, eine Vision zu entwerfen, die Mitarbeitende überzeugt. Anstatt Befehle zu erteilen, motivieren und begeistern transformationale Führungkräfte. Anstatt Anerkennung und Entlohnung zu gewähren, wenn eine Aufgabe erfüllt ist, regt tranformationale Führung an, über eigenes Interesse hinauszugehen und ein gemeinsames Ziel anzustreben.

Welche Vorteile hat Transformationale Führung?

Transformationale Führung ist empirisch gut untersucht und ist in unterschiedlichen Organisationsformen und Unternehmen eine effektive Art der Führung. Eine wachsende Anzahl von Studien zeigt, das transformationale Führung positiv mit verbesserter Unternehmensleistung in Bezug auf Produktivität  und Kundenzufriedenheit korreliert ist. Weitere Forschungen zur transformationalen Führung deuten auf einen positiven Zusammenhang mit Innovation, Arbeitszufriedenheit und Mitarbeiterbindung hin.

Transformationale Führung legt einen Schwerpunkt auf die gemeinsame Vision, die als Nordstern handlungsleitend und motivierend wird. Transformationale Führung ist deshalb ein wesentlicher Bestandteil von Leadership 4.0.

Dieser Artikel ist ein übersetzter und überarbeiteter Text-Auszug aus dem folgenden Paper und steht unter einer offenen Lizenz (cc by): Lee, M. (2014). Transformational Leadership: Is It Time For A Recall. International Journal of Management and Applied Research, 1, 17–29.

Was ist Transformationale Führung?

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