Achtsamkeit ist ein Trend. Welche Rolle spielt Achtsamkeit für Führung? Und was steckt dahinter? Eine Definition on Jon Kabat-Zinn beschreibt Achtsamkeit als eine absichtvolle Form der Aufmerksamkeit, die sich auf den Moment bezieht und nicht wertend ist Was bedeutet das Führung? Von einer Führungskraft wird verlangt, über den Moment hinaus zu denke, zu bewerten und zu entscheiden?

Achtsamkeit bezieht sich zunächst auf die eigene Wahrnehmung und ist im Führungsalltag vor allem in der Kommunikation mit Mitarbeitenden hilfreich. Reflektieren Sie:

  • Wenn ich in einem Meeting sind: Bin ich wirklich da und nehmen wahr, was diskutiert wird. Oder bin ich in Gedanken schon wo anders.
  • Bin ich bei einem Gespräch mit einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin auf mein Gegenüber fokussiert, oder überlege ich mir schon das nächste Argument, blättere in Unterlagen?
  • Gebe ich eine Einschätzung oder Bewertung ab, bevor ich alle Informationen habe, die mir mein Gegenüber mitteilen wollte?

Was ist Mindful Leadership

Mindful Leadership ist also die Anwendung der Konzeptes Achtsamkeit auf Führung. Eine Vertreterin der Konzepts ist Janice Maturano, die selbst lange als Führungskraft gearbeitet hat (Vice President in einem amerikanischen Konzern). Achtsamkeit für Führungskräfte heißt in ihrem Verständnis konzentriert, klar, kreativ und mitfühlend  zu sein. Es geht um das was ist, und nicht das, was sein soll. Achtsamkeit ist also keine Technik, Strategie oder Methode, sondern hängt sehr eng mit der eigenen Haltung zusammen, die ich mir selbst, meiner Rolle und anderen Personen gegenüber habe.

Kollegin Barbara Kump schreibt auf Beitrag zu Mindful Leadership auf wissensdialoge.de 

Achtsamkeit ist somit eine wichtige Voraussetzung für viele andere „moderne“ Führungsstile: Sie bildet die Grundlage für intuitive Führung, denn intuitive Urteile erfordern das Wahrnehmen eines subtilen eigenen „Bauchgefühls“ (siehe z.B. wissens.blitz 189wissens.blitz 178). Achtsamkeit ist auch für authentische Führung relevant, denn nur eine Führungskraft, die „bei sich ist“, kann sich auch anderen gegenüber bewusst authentisch verhalten.

Wie passt das zur Digitalisierung?

  • Ist es achtsam, wenn ich ständig online bin, aber nie richtig da?
  • Ist es achtsam, wenn ich vor lauter Informationen, die auf mich einströmen, gar nicht mehr weiß, was wichtig ist?
  • Ist es achtsam, kurzfristigen Gewinn zu maximieren, auf Kosten der Zukunft?

Die Verfügbarkeit digitaler Medien erleichtert den Führungsalltag: Schnelle Ereichbarkeit, mobiles Arbeiten, Automatisierung, Vernetzung, Kooperation – um nur einige Schlagworte zu nennen. Viele Mitarbeitenden und Führungskräfte nehmen den digitalen Arbeitsalltag aber zunehmend als stressig wahr. Immer online zu sein, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun oder ständig abgelenkt zu werden, kann die Produktivität gefährden.

Mindful Leadership bezieht sich deshalb darauf, gerade bei der Nutzung digitaler Medien die eigene mentale Gesundheit und die der Mitarbeitenden im Blick zu behalten. Das ist die entscheidende Voraussetzung, um innovationsfähig zu bleiben und in meinem Verständnis ein wichtiger Baustein für erfolgreiche Leadership 4.0.

Weiterführende Literatur

Maturano, J. (2015). Mindful Leadership. Ein Weg zu achtsamer Führungskompetenz. Arbor Verlag. Freiburg im Breisgau: Arbor Verlag.

Was ist Mindful Leadership?

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