Fragen: Welche Zielarten gibt es? Was ist ein Annäherungs-/ Vermeidungsziel? Was ist ein Lern-/ Leistungsziel? Was sind rivalisierende Ziele?

Kategorie: Wie führe ich im Alltag?

Was weiß ich, nachdem ich das Dokument gelesen habe?

  • Die Art des Ziels beeinflusst Ihre Motivation und damit Ihr Verhalten
  • Annäherungsziele steigern die Leistungsfähigkeit
  • Leistungsziele können auch negative Auswirkungen haben
  • Wenn es Ihnen schwerfällt, ein Ziel zu erreichen, kann eine Ursache ein Zielkonflikt sein, also zwei oder mehrere Ziele, die sich widersprechen

Zielarten

Die Art des Ziels kann die dahinterliegende Motivation, die Wahrnehmung, das Erleben und das Verhalten von Ihnen oder Ihren Mitarbeitenden beeinflussen. Wenn Sie wissen, mit welcher Zielart Sie es zu tun haben, können Sie entscheiden, ob Sie eine Veränderung Ihres Ziels vornehmen möchten, z.B. ein fernes Ziel in ein nahes umwandeln oder ein Leistungsziel in ein Lernziel. Das kann positive Auswirkungen auf Ihre Motivation haben.

Zeitlicher Rahmen

In Bezug auf den zeitlichen Rahmen lassen sich nahe (proximale) Ziele und ferne (distale) Ziele unterscheiden. Ferne Ziele beschreiben oft Visionen oder Träume, die sich noch nicht klar und präzise fassen lassen („Ich möchte gerne Millionär sein.“).
Nahe Ziele sind in der Regel erreichbarer als ferne Ziele. Sie regen Ihre Mitarbeitenden dazu an, genau zu planen und konkrete Handlungsschritte abzuleiten.

Annäherungsziele und Vermeidungsziele

Vermeidungsziele beziehen sich auf das Vermeiden von unerwünschten Zuständen („Ich möchte weniger gestresst sein“). Ein Vermeidungsziel ist in der Regel nicht mit einer spezifischen und detaillierten Vorstellung des erwünschten Zielzustands verbunden. Es gibt viele unterschiedliche Möglichkeiten, wie Sie den unerwünschten Zustand verändern können. Deshalb lassen sich aus Vermeidungszielen oft nicht direkte konkrete Verhaltensweisen oder Handlungsschritte ableiten.

Menschen, die sich Vermeidungsziele setzen, erleben eher negativen Emotionen und fühlen sich weniger wohl. Insbesondere das langfristige Verfolgen eines Vermeidungsziels führt zu einem niedrigeren Wohlbefinden.

Annäherungsziele beschreiben die Bewegung hin zu einem gewünschten Zustand oder Ergebnis („Ich möchte mehr Freizeit haben“). Aus Annäherungszielen ergeben sich meistens konkrete Verhaltensweisen, die das Erreichen des Ziels unterstützen. Das Setzen von Annährungszielen erhöht Ihr Wohlfinden und steigert außerdem Ihre Leistungsfähigkeit.

Leistungsziele vs. Lernziele

Bei Leistungszielen liegt der Fokus auf einer möglichst erfolgreichen Ausführung einer bestimmten Aufgabe. Sie beziehen sich darauf, „besser als andere zu sein“. Angestrebt werden eine positive Rückmeldung über die eigene Leistung und das Ziel, die Leistung anderer zu übertreffen. Bei Leistungszielen richtet sich Ihre Aufmerksamkeit auf die eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen. Sie können eine hohe Motivation erzeugen. Ein Leistungsziel hat aber negative Auswirkungen bei der Kooperation mit anderen. Es kann zu unehrlichem Verhalten oder Betrugsversuchen kommen.

Bei Lernzielen richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die eigene Entwicklung und den Lernzuwachs. Lernziele können also manchmal zur Steigerung Ihrer Leistungsfähigkeit beitragen und das Erreichen Ihres Ziels begünstigen. Leistungsziele führen dazu, dass Sie eine komplexe und schwierige Aufgabe im positiven Sinne als Herausforderung verstehen. Dadurch kommt es zu einer Erhöhung Ihrer intrinsischen Motivation sowie einer damit verbunden Steigerung Ihres Wohlbefindens und Ihrer Leistungsfähigkeit.

Rivalisierende Ziele

Rivalisierende Ziele widersprechen sich gegenseitig. Meistens ist der Gegensatz direkt erkennbar. Allerdings gibt es auch widersprüchliche Ziele, bei denen Sie nur schlecht erkennen, dass es sich um rivalisierende Ziele handelt. Solche Zielkonflikte können das Erreichen eines oder mehrerer Ziele beeinträchtigen.

Wie gehen Sie mit solchen rivalisierenden Zielen um? Ein erster Schritt ist, den Zielkonflikt zu erkennen und bei sich oder anderen zu thematisieren. Im nächsten Schritt können Sie versuchen, Ihre Ziele so anzupassen, dass sie sich nicht mehr widersprechen. Eine andere Strategie ist, sich zunächst für eins der beiden Ziele zu entscheiden und das andere Ziel bewusst hinten anzustellen.

Wie kann ich das umsetzen?

Sie sollten immer überprüfen, ob Ihr Ziel auch zu Ihrer Persönlichkeit passt. Wird ein Ziel als stimmig erlebt, ist die Wahrscheinlichkeit, das Ziel zu erreichen, deutlich höher.

  1. Das Ziel, das ich mir gesetzt habe, passt zu mir, meiner Persönlichkeit und meinen Werten.
  2. Das Ziel ist nicht von außen vorgegeben. Das Ziel ist mein eigenes Ziel, es handelt sich nicht um ein Ziel, das andere Menschen mir zuschreiben.
  3. Ich bin selbst für das Erreichen des Ziels verantwortlich. Wenn ich das Ziel erreicht habe, wird es zum Teil meiner Persönlichkeit.

Weiterführende Links und Quellen

Welche Zielarten gibt es?
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